Konzept

Freiraum für kreatives Handeln

Wer sind wir? Was wollen wir?

Die Kindermalwerkstatt wurde 1992 von der Kunstpädagogin Bärbel Weiß, ihrer Familie und Freunden im Kulturzentrum Tempel gegründet. Sie ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Sie entwickelte sich dann, auch mit Unterstützung des ehemaligen Realschulrektors Hans Ulrich Weiß, zu einem Freiraum, in dem Fantasien und Träume in Farb- und Formwelten entdeckt und entfaltet werden können. Dazu gehört auch, durch emotional betonte Begegnung mit Kinderliteratur die sprachliche Kompetenz der Kinder zu fördern. Wichtige Grundsätze waren und sind nach wie vor: Erlebnisbetontes und prozessorientiertes Arbeiten bei einem sozialverträglichen, niederschwelligen Preis.

Was wird angeboten? Wie wird es angenommen?

Heute kommen wöchentlich etwa hundert Kinder und Jugendliche (4 bis 14 Jahren) in die fortlaufenden Nachmittagskursen, zu den Einzelaktionen am Samstag oder in den Ferien. Beliebt sind auch die Kindergeburtstage in der Kindermalwerkstatt.

Vormittags finden Projekte mit Kindergärten und Schulklassen verschiedener Karlsruher Grundschulen statt. Darunter sind auch die Pestalozzi-Sonderschule für Geistigbehinderte in Rastatt, die Vogesen- und die Kimmelmann-Förderschulen und die Schillerschule mit einer VKL- Klasse für Kinder mit geringen Deutschkenntnissen. Unter den verschiedenen Kindergärten befindet sich auch das Modellprojekt KiTa und Kultur mit der Städtischen KiTa Staudingerstraße.

Höhepunkte sind Ausstellungen z.B. zu den Kinderliteratur- oder den europäischen Kulturtagen (KLiK und EKT) oder ein jährlicher Auftritt auf der Kunstmesse art Karlsruhe, dort in Verbindung mit kreativen Aktionen für Kinder.

In der Öffentlichkeit ist die Kindermalwerkstatt außerdem mit Projekten und Kinderaktionen vertreten: z.B. auf Veranstaltungen der Stadt Karlsruhe zum Stadtgeburtstag, zu den Kinderkulturtagen (KIX) oder auf Stadtfesten. Es besteht gute Zusammenarbeit mit dem Jugendfreizeit- und Bildungswerk des Stadtjugendausschuss, neuerdings kommen dessen Mobile Spielaktion und eine Kooperation mit dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) dazu.

Wer kommt zu uns?

Durch unseren niederschwelligen Ansatz und unsere Preisgestaltung erreichen wir Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten. Unser Einzugsgebiet ist die ganze Stadt hauptsächlich aus der Nordwest- und Nordstadt, Neureut, Mühlburg, Grünwinkel, Daxlanden und Knielingen. Hinzu kommen Kinder aus dem Umland, die meisten aus Rheinstetten und Eggenstein-Leopoldshafen, einzelne sogar aus der Pfalz und dem Elsass.

Was bisher geschah

Elf Jahre lang war die Kindermalwerkstatt im Kulturzentrum Tempel beheimatet. Damals entstanden neben den Kursen auch Fortbildungen für die GEW. Außerdem gab es Ausstellungen mit Künstlern und Austausch mit Jugendkunstschulen und -zentren in Warschau und den Partnerstädten Krasnodar, Halle und Nancy.

Von 2005 bis 2010 unterhielt die Kindermalwerkstadt für die Kinder und Schulen der Süd-, Ost- und Innenstadt eine Filiale im Gebäude der Postbank am Ettlinger Tor.

Seit 2003 wird in einer ehemaligen Fabrik in der Gablonzer Str.8 gearbeitet. Hier konnte die Kooperation mit Schulen, gefördert vom Kulturbüro der Stadt und verschiedenen Stiftungen ausgebaut werden, da die Kunstpädagogin Ina Weiß als ständige Mitarbeiterin auf Honorarbasis dazu kam. Sie brachte neue Impulse z.B. kreative Samstage für Erwachsene und ein Jugendatelier. Mit ihr kamen auch die neuen Medien, Comic, Film und Graffiti und Schreibprojekte in die Kindermalwerkstatt.

2012 erhielt Bärbel Weiß für das lange ehrenamtliche Wirken den Impulspreis von dem Radio Neue Welle, und 2013 wurden sie und Hans Ulrich Weiß mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Wo stehen wir jetzt?

Seit 2013 haben sich aber die Voraussetzungen geändert: Der ehrenamtliche Anteil der Arbeit ging teilweise wegen Krankheit zurück, eine angestellte Fachkraft war notwendig, um die Kindermalwerkstatt langfristig zu erhalten. Die Kosten sollten mit Hilfe der Stadt aufgefangen werden. Frau Dr. Asche hatte den Plan, die Kindermalwerkstatt ab 2014 als Abteilung der Jugendkunstschule in der Volkshochschule unter der Leitung von Ina Weiß als kunstpädagogischer Mitarbeiterin weiterzuführen. Dabei sollte die Niederschwelligkeit der Kindermalwerkstatt bestehen bleiben. Aber nach zwei Jahren Probezeit wurde die Verbindung von der VHS aufgelöst. Die Begründung lautet: &lquot;Die Kindermalwerkstatt erwirtschaftet zu geringe Eigenmittel, um Investitionen zu tätigen und Kostensteigerungen (z.B. Tariferhöhungen) auszugleichen.&rquot; Jetzt ist die Situation die gleiche wie vor Ende 2013: Ohne eine Grundfinanzierung muss die Kindermalwerkstatt nach über 25 Jahren schließen.

Was haben wir vor?

Wir möchten unsere bisherige Arbeit weiterführen, so weit wie möglich mit ehrenamtlicher Unterstützung. Neben unseren freien Kursen haben wir einen weiten Bereich erfasst: Kooperation mit Schulen, Kindergärten und Tagesstätten, gemeinsame Aktionen mit dem Jugend-, Freizeit und Bildungswerk und anderen Kulturträgern, alltäglich und zu besonderen Festen. Neu ist die Mitarbeit an der Integration von Flüchtlingen in Sprachförderklassen, die wir ausbauen wollen.

Welche Fördermittel sollen eingesetzt werden?

Neben der Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt für unsere Projekte konnten wir im Laufe der Jahre weitere Förderer gewinnen: den Internationale Frauenclub, die Jugendstiftung Baden-Württemberg, die Stiftung kulturelle Jugendarbeit Baden-Württemberg, die Kunst-Klasse der Stiftung Ravensburger Verlag, der Verein der Freunde des round table 46, die Jugendstiftung der Sparkasse Karlsruhe.

Die Projekte sind für die nächsten Jahre finanziert, aber es bedarf einer Grundfinanzierung, um die Zukunft der Kindermalwerkstatt zu sichern.